Ihre Chancen

Eine Abschätzung des Arbeitsmarktes für Absolventen und Absolventinnen des geplanten Masterstudiengangs zeigt sich am deutlichsten an der Situation offener Stellen bzw. von aktuellen Stellenangeboten. Auf Nachfrage beim Verein Deutscher Ingenieure (VDI) wurden der Hochschule München von Dr. Willi Fuchs, Direktor des VDI, anhand der dem VDI vorliegenden Arbeitsmarktdaten (Berufskennziffer 27104 der Bundesagentur für Arbeit) im Jahr 2012 ca. 5.000 offene Stellen für „Berechnungsingenieure“ in Deutschland genannt. Vor diesem Hintergrund wird vom VDI „die Einführung eines Masterstudiengangs Technische Berechnung und Simulation an der Hochschule München ausdrücklich begrüßt“.


Eigene Recherchen der Fakultät 03 zu aktuellen Stellenangebote mit den Stichworten „Ing Berechnung“, „Ing Simulation“ und „Computational Engineering“ im Jahr 2012 hatten bei mehrmaligen zeitversetzten Abfragen jeweils mehrere hundert jeweils aktuell offene Stellen (Portal www.kimeta.de), alleine in einem Umkreis von nur 60km um den Großraum München, ergeben. Bei der jährlich an der Hochschule München stattfindenden Hochschulkontaktbörse (HOKO) wurde von den vertretenen Firmen an vielen Ständen gezielt nach Berechnungsingenieuren gesucht.


Weil es am lokalen Arbeitsmarkt wenig Bewerber und Bewerberinnen gibt, suchen Firmen verstärkt im Ausland nach Fachkräften bzw. verlagern ihre Berechnungskapazitäten in andere Länder („Offshoring“). Länder mit einer guten mathematischen/technischen Ausbildung, z.B. Indien oder China haben in den letzten Jahren sehr von dieser Tendenz profitiert. Allein in China und Indien graduieren jährlich ca. 800.000 Studierende der Ingenieurwissenschaften (vgl. Seghal, Sachan, Kyslinger: The Elusive Right Path to Engineering Offshoring. Booz&Co, 2010). Diesem Trend der Verlagerung von außerordentlich attraktiven Arbeitsmöglichkeiten der Ingenieurwissenschaften gilt es, durch ein entsprechendes Angebot für Studierende und damit auch für die Industrie, mit dem neuen Studiengang ein Stück entgegenzuwirken.


In den letzten 20 Jahren ist der Einsatz von rechnerunterstützten Methoden in der Industrie stark vorangetrieben worden. Durch den offensichtlichen Mangel an Spezialisten ist erkennbar, dass diese Methoden in der Industrie sogar noch erheblich ausgebaut werden könnten, wenn die Fachkräfte zur Verfügung stehen würden. Auf diesem interessanten Arbeitsgebiet besteht für das Arbeitsgebiet Berechnungsingenieur ein ausgezeichnetes Angebot an Arbeitsplätzen in einem anspruchsvollen Tätigkeitsfeld.


Beides, das heißt die Bedienung der branchenübergreifenden Nachfrage für interessante Arbeitsfelder als auch die Förderung hochqualifizierter Abschlüsse durch den neuen Masterstudiengang Technische Berechnung und Simulation sind also volkswirtschaftlich sinnvoll.


Im neuen europäischen Studiensystem stellt der Masterabschluss ähnlich wie im amerikanischen die zweite Qualifikationsstufe dar. Die auf einem Hochschulabschluss der ersten Qualifikationsstufe (Bachelor oder Diplom) basierenden Kenntnisse und Fähigkeiten werden dabei systematisch erweitert und vertieft. Wissenschaftlicher Anspruch und methodisches Arbeiten sind in idealer Weise in die anwendungsorientierte Ausbildung integriert.


Die mit einem Masterabschluss erreichte Qualifikation bietet hochwertige Chancen:


  • Der Master eröffnet anspruchsvolle Tätigkeitsgebiete, die mit Bachelor- oder Diplomabschluss nicht oder erst nach langjähriger Berufserfahrung zugänglich sind. Das gilt ganz besonders für rasant sich weiterentwickelnde Hochtechnologiebereiche wie der computerunterstützten Produktentwicklung und -qualifikation. Dafür notwendige Fähigkeiten auf den Gebieten der Simulation und Entwicklung komplexer Systeme können in einer ersten Qualifikationsstufe kaum in angemessener Tiefe vermittelt werden.
  • Durch die Berechtigung zur Promotion steht dem Master die wissenschaftliche Weiterqualifizierung auch auf internationaler Ebene offen.
  • Der Masterabschluss eröffnet den Zugang zum höheren Dienst in der öffentlichen Verwaltung.